Code de Pointage 13: Vor- und Nachteile

Vor gut einer Woche wurde der neue Code de Pointage das erste Mal auf einer Weltmeisterschaft angewendet. Nun zeichen sich schon erste Vor- und Nachteile im Gegensatz zu alten Versionen ab.

Was gefällt euch am neuen Code und was war in den alten Versionen besser?

Meine Meinung dazu:

Vorteile:

– am Stufenbarren wurde die Kombination aus verschiedenen Drehungen abgewertet von zwei Zehntel auf ein Zehntel. Dadurch haben sogar die Chinesen angefangen neue Flugteile am Holm und zwischen den Holmen zu erlernen. Barrenübungen sind dadurch meiner Meinung nach sehr abwechslungsreich geworden und im Barrenfinale waren alle Übungen sehr unterschiedlich.

– am Balken gibt es nur noch ein Zehntel auf die Kombi aus freiem Überschlag zur Akroserie. Dadurch sind die Balkenübungen viel abwechslungsreicher geworden.

– am Sprung gibt es viele Turnerinnen, die nicht nur Yurchenkosprünge springen. (liegt aber eher nicht am neuen Code, denke ich)

Nachteile:

– am Boden gibt es inzwischen schon Akroelemente mit der Wertigkeit I –> dadurch werden, meiner Meinung nach, diejenigen Turnerinnen benachteiligt, die ihre Schwierigkeit auch durch Kombinationen aus Sprüngen und Drehungen gewinnen. Außerdem werden Akrobahnen aus Schraubenkombinationen immer unwichtiger,da sie im Gegesatz zu einem Doppel-Doppel zu wenig wert sind.

– durch das Streichen der Anforderung: zwei Saltos in einer Bahn wirken manche Übungen wenig abwechslungsreich trotz Höchstschwierigkeiten. Einer Übung mit einem Doppelstrecksalto, einem Tsuki, einem Doppelhock und ein Doppelbück fehlt das gewisse Etwas.

Probleme, die auch schon im alten Code vorhanden waren:

– der Handstandüberschlag Doppelsalto am Sprung bekommt zu wenig Abzug, wenn er nicht gestanden wird
– der Seitz ist ein sehr schönes Element und die Wertigkeit ist definitiv zu niedrig
– die E-Note von Yurchenkos stört mich schon seit einer Weile. Muss ein Yurchenko mit einer Schraube so hoch sein wie einer mit 2 1/2 Schrauben? Meiner Meinung nach nicht. Ich finde ein technisch sehr gut ausgeführter Yurchenko mit Schraube braucht weniger Höhe als der mit 2 1/2 Schrauben. Für mich haben Amanars fast immer zu hohe E-Noten. Ist doch klar, dass Turnerinnen, die diesen Sprung beherrschen auch mehr Höhe gewinnen. Das wird schon in der D-Note honoriert, die E-Note eines sehr guten einfach geschraubten Yurchenkos sollte allerdings nicht von der E-Note eines Amanars abweichen.

9 Gedanken zu „Code de Pointage 13: Vor- und Nachteile

  1. Das mit dem einfach geschraubten Yurchenko und dem Amanar sehe ich genauso. Wenn eine Turnerin die eine ganze Scharube turnt, genauso hoch ist wie eine Turnerin die einen Amanar turnt, würde sie ja wohl einen schwereren Sprung turnen. Und mit McKayla Maroney kann man auch nicht jeden vergeleichen, ihre Höhe ist ja wirklich schon außergewöhlich. Am Barren find ich die Änderungen fast allle gut, außer das der Flieger von unten nach oben nichts mehr wert ist. Am Balken gefällt mir das mit dem Armzug nicht so, ich mein etwas Schwung muss ja wohl holen?! Das man am Boden nicht mehr als einmal mit beiden Beinen in den Ekcen stehen darf, find ich eigentlich ganz gut. Die meisten lösen das auch echt gut, die Übungen sehen meiner Meinung nach flüssiger aus 🙂 Was ist denn zum Beispiel jetzt ein I-Teil? Einerseits ist das im Vergleich zu den gymnastischen Teilen schon gemein, aber andererseits muss ja ein Doppelsalto gestreckt mit Doppelschraube schon mehr Wert sein als der Doppel-Doppel gehockt. Die Anforderung 2 Saltos in einer Bahn hätt ich auch gern wieder. Noch eine Frage zum Barren. Da gibt es doch die Anforderung ein Nicht Flugteil mit ganzer Drehung, zählt Kippe mit ganzer Drehung als solches?

  2. Ich finde den Code am Sprung problematisch.Das man mit einem Doppelsalto vorwärts voll auf den Hintern in jedes Finale kommt finde ich sehr ärgerlich,zumal es auch nicht ungefährlich ist.Ich habe in Antwerpen auch das Podiumstraining von Pena Abreu gesehen und sie hat keinen einzigen Versuch gehabt wo er auch nur ansatzweise hätte klappen können.Das hat System…
    Die E-Noten am Sprung sind teilweise schwer nachzuvollziehen,ich finde die Abzüge bei den Tsukahara Varianten sind viel höher als bei den Yurschenkos(siehe Steingruber)Ich finde am Sprung gibt es im Verhältnis zu den anderen Geräten zu viele Punkte(gerade zu Boden),das begünstigt die Amanarspringerinnen und erhöht die Risikobereitschaft und somit das Verletzungsrisiko der Turnerinnen.Es sollte auch möglich sein Mehrkampfsiegerin zu werden ohne einen Amanar zu springen.

  3. Ein Kommentat einer Fachfremden: Ich wunder mich sowieso, wie wenig problematisch Stürze am Sprung zu scheinen. Ich komme aus dem Trampolinturnen und bei uns zählt ein Übungsteil, was so gelandet wird, dass man es nicht hätte stehen können, gar nicht! Es wird in der Wertung überhaupt nicht berücksichtigt. Klar reden wir grade von verschiedenen Sportarten aber als Zuschauer würde ich im Finale auch lieber sichere Sprünge in guter Ausführung sehen als lauter Stürze.

    Auch am Boden etc. wunder ich mich oft darüber wie selten ein Sprung beendet ist, bevor der Aktive landet. Geschraubt wird oft is in die Landung hinein und VOR dem Landen eine Öffnungsphase (beispielsweise bei einem gebückten (Doppel)Salto zu haben scheint irgendwie gar nicht beabsichtigt zu sein. Das soll keine Rund-Um-Kritik sein, es ist ja gut möglich, dass sowas im Turnen tatsächlich nicht beabsichtigt oder vorgesehen ist.
    Ich kenn es halt vom Trampolin ganz anders und finde es daher vermutlich auch „schöner“.

  4. Mal eine ganz andere Frage.Irgendjemand hat die Vereinbarungen mit dem DOSB bis Rio gepostet.Dort steht als Ziel für die WM 2014 Platz 1-12 und dahinter entweder Direkt quali Platz 1-8 oder Quali für das Testevent der Plätze 9-16
    Ist es dann nicht genauso wie vor der letzten Olympiade?Ich dachte es sollte geändert werden.Wann ist denn das Testevent? Wieder am Anfang des Olympiajahres?Dann könnten doch die 2000 mithelfen,falls die Direktquali nicht klappt.

  5. Die SPorthilfe hat im Rahmen der „Juniorsportler des Jahres“ Gala einige Spitzensportler im festlichen Rahmen verabschiedet.
    Darunter auch Anja Brinker, Anna Dogonadze und Henrik STehlik.

    (Quelle: DTB)

  6. Passt hier zwar auch nicht ganz hin aber:
    Auf der Seite der TuG Leipzig steht, dass Nadja Schulze im November an einem Wettkampf in Marseille turnen wird um ihre internationale Erfahrung auszubauen. Weiß ener was das für ein Wettkampf genau ist?

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