Die KRK hat einen neuen Trainer

Pressemitteilung der KRK: 

Die Kunstturn Region Karlsruhe hat am Donnerstag ihren neuen Cheftrainer Chris Lakeman vorgestellt. Der 37-jährige Amerikaner unterschrieb bei den Badenern für vier Jahre zum 31. Dezember 2020. «Ich glaube, die Philosophie hier passt perfekt zu meiner persönlichen Trainingsphilosophie», sagt der US National Champion an den Ringen aus dem Jahr 2000, der zuletzt beim australischen Club «Barron Valley Gymnastics» unter Vertrag stand. Auf die Trainersuche der KRK aufmerksam geworden war Lakeman aufgrund einer Facebook-Anzeige des deutschen Vizemeisters.

Eine seiner ersten Aufgaben führte den Amerikaner nach Frankfurt zum Deutschen Turner-Bund (DTB). «Ich hatte gleich die Gelegenheit, eine Woche mit unseren Turnerinnen bei der Nationalmannschaft zu trainieren», berichtet er. Auch das gesamte Umfeld im Karlsruher Rudi-Seiter-Turnzentrum hat es Lakeman sichtlich angetan. Er und seine Verlobte seien vom ersten Tag an ein Teil der «KRK-Familie» gewesen: «Ich bin zwar erst seit zwei Wochen in Karlsruhe, aber ich kann sagen, die Leute hier sind einfach unglaublich.»

 

Über seine neuen Schützlinge ist er voll des Lobes. «Sie sind sehr gut ausgebildet, Tatjana hat da einen sehr guten Job gemacht», findet er. Auch wenn seine ersten Erfahrungen gezeigt hätten, dass es im Trainingssystem sehr große Unterschiede gebe zwischen den USA und Deutschland. Insbesondere die Anzahl der Wiederholungen seien im Land des Weltmeisters und Olympiasiegers deutlich höher. «Das hat natürlich Vor- und Nachteile. In den USA gibt es 60 oder 80 Turnerinnen auf diesem höchsten Level. Wenn da mal jemand sagt, ich bin müde und brauche eine Pause, dann ist das kein Problem. Dann fährt eben jemand anderes zur WM. In Deutschland gibt es davon derzeit nur 19, da muss man das ein wenig anders angehen.»

 

Doch in Lakemans Trainingseinheiten sind neben Leistung auch Abwechslung und Spaß sehr weit oben angesiedelt. «Ich habe viele Trainer in meiner Laufbahn getroffen, die der Meinung waren, der Turnsport müsse sehr traditionell, russisch, sehr streng und manchmal sogar fies sein. Beinahe wie ein echter Beruf. Ich habe mich all die Jahre immer sehr bemüht, dass das Turnen mit mir auch Spaß macht», sagte er.

 

Denn die Kinder und Jugendlichen müssten – egal ob sie nur einen Handstand lernten oder zu den Olympischen Spielen wollten – Spaß an ihrer Aufgabe haben. «Aber alles muss von Ihnen selbst ausgehen. Sie müssen ihre Ziele definieren und akzeptieren. Es spielt keine Rolle, was ich denke, dass sie tun oder schaffen könnten. Denn ich kann ihnen die Arbeit nicht abnehmen.»

 

Auch Lakemans Vorgängerin Tatjana Bachmayer bleibt der Kunstturn Region weiter erhalten. Eigentlich hatte die Söllingerin den Trainerjob zumindest für eine gewisse Zeit an den Nagel hängen wollen, um mehr Zeit für sich und vor allem für die Familie zu haben. Ein Nachwuchs-Projekt, das Bachmayer für den Deutschen Turner-Bund betreute, veranlasste sie dann aber zum Umdenken. «Ich hatte so viel Spaß dabei. Ich habe gemerkt, dass das Turnen noch immer meine Leidenschaft ist», sagte sie. Es sei ihr auch deutlich geworden, was ihr zuletzt eigentlich gefehlt habe: «Je näher es in Richtung Olympische Spiele ging, umso enger wurde der Rahmen. Innovative Dinge, wie ein neues Element ausprobieren oder Choreographie und Tanz, war am Ende gar nicht mehr möglich und blieben auf der Strecke.»

 

Die Arbeit soll mit Hilfe Lakemans nun wieder auf mehrere Schultern verteilt werden. Während der Amerikaner für die sportlichen Belange der Top-Turnerinnen verantwortlich zeichnet, will die ehemalige Leistungsturnerin ihr Augenmerk wieder deutlich mehr auf den kreativen Part legen. Vor allem auf die Weiterentwicklung des gesamten Clubs. «Ich sehe meine Aufgabe nun vorrangig darin, zu schauen, wie wir die KRK noch mehr voranbringen können. Ich habe ganz viele Ideen und bin voll motiviert. Denn ich kann nun wieder  gruppenübergreifend arbeiten und auch darauf schauen, wo wir unsere Trainer noch ein bisschen mehr ausbilden können.  Damit schon die Kleinen besser werden», sagt sie.

 

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Chris Lakeman

 

Geboren am 2. Oktober 1979 in Aurora, Illinois/USA.

 

Begann erst mit 14 Jahren mit dem Turnen an der Rolling Meadows Highschool, danach an der Pennsylvania State University. Im Jahr 2000 wurde er National Champion an den Ringen, 2001 gewann er mit der PSU die amerikanische Mannschaftsmeisterschaft.

 

Bereits mit 15 Jahren sammelte er erste Trainererfahrungen, ab 2001 begann er erstmals hochklassige Turnerinnen zu trainieren. Im Dezember

2013 wagte er den schritt nach Australien, blieb drei Jahre bei Northern District Gymnastics. Von dort wechselte er zu Barron Valley Gymnastics.

 

Teile von Lakemans Familie haben deutsche Wurzeln. Bei der KRK unterzeichnete  er einen Vertrag bis zum 31. Dezember 2020.

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3 Kommentare auf "Die KRK hat einen neuen Trainer"

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Natascha
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Friedi
Gast

Das hört sich ja super positiv an! Freut mich für die KRK!

Lisa
Gast

Passt zwar nicht hier her, aber laut diesem Artikel trainiert Kim Janas evtl. wieder in Halle („wenn es die Genesung zulässt“)!
http://www.mz-web.de/halle-saale/sport/12-stunden-taeglich-beim-turnen-matthias-fahrig-im-praxistest-fuer-seinen-trainerschein-25580130

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